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Name: Anonym
29.12.2008 15:12 Uhr Kommentar: Für mich stellt sich immer wieder die Frage, sind diese Verhaltensweisen primaten-genetische Atavismen oder ist das ein Versagen der Ethik ?
Name: Mulmi
30.12.2008 01:17 Uhr Kommentar: @ Anonym Mit Sicherheit kann ich diese Frage nicht beantworten. Ich habe allerdings eine Vermutung. Ich glaube nämlich, dass ein derartiges Verhalten für alle in größeren sozialen Verbänden zusammenlebenden Tiere - so auch den Menschen - typisch ist. Denn: Der Zusammenhalt und damit das Funktionieren größerer sozialer Verbände (von Tieren) wird wesentlich durch das Vorhandensein sozialer Regeln bestimmt und gewährleistet - und diese sozialen Regeln werden von einzelnen Individuen, innerhalb der Gruppe, festgelegt und aufrechterhalten. Das Einsetzen und Aufrechterhalten sozialer Regeln ist bzw verleiht eine Machtposition, innerhalb der Gruppe. Doch geht diese Machtposition - aus welchen Gründen auch immer - verloren, verlieren die bisherigen 'Spielregeln', innerhalb der Gruppe, weitgehend an Bedeutung, und bisher, in der Gruppe, weniger einflussreiche Individuen leben ihre Individualität solange weitgehend zügellos aus, bis sich wieder eine neue, stabile soziale Ordnung etabliert hat. Oder: Man könnte es vielleicht auch anders formulieren: Wenn, in einem größeren sozialen Verband, die von einigen wenigen festgesetzte und kontrollierte Ordnung an Bedeutung verliert , tritt regelmäßig - so der soziale Verband weiterbesteht - an ihre Stelle eine neue Ordnung. Und zwar die Ordnung der individuellen Interessen. 'Es zählt nicht mehr das wir, sondern nur noch das, was der Einzelne möchte!' Jeder (der Starken) versucht seine eigene, individuelle Ordnung dem Anderen aufzuzwingen - und dieser 'Kampf' der individuellen Ordnungen, gegeneinander, wird solange andauern, bis wieder eine neue, stabile, für den Gesamt-Verband gültige Ordnung besteht. LG Mulmi Link-Tipps
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