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Name: Mulmi
31.12.2008 00:14 Uhr

Kommentar: @ Willi Bergen

In der Vergangenheit gab es eine Vielzahl von Versuchen, Gott bzw das Göttliche zu beweisen - doch niemanden ist es letztendlich gelungen, einen intersubjektiv nachvollziehbaren und überprüfbaren Beleg, für dessen Existenz, zu erbringen.
Und daher gilt (leider) auch heute noch: An Gott bzw das Göttliche kann man glauben - oder auch nicht!

Liebe Grüße Mulmi

Name: Willi Bergen
30.12.2008 15:42 Uhr

Kommentar: Hallo Mulmi!
Ich habe hier einen kleinen Beitrag über Gottesbeweise:
Zur Geschichte der Argumente für das Dasein Gottes

kosmologischer Gottesbeweis oder auch kausaler Gottesbeweis:
1. Diesen Beweis vertrat z.B. Aristoteles. Es muss einen 'Geometer' geben, der alles im Makrokosmos so aufeinander abgestimmt und perfekt geschaffen hat. Der Verlauf dieses Beweises geht wie folgt: zuerst kommt die Frage nach der 'prima causa' (=erste Ursache) und diese führt dann zu der Frage nach Gott. Dieser Beweis läuft auf den Deismus hinaus. Er geht nach dem Prinzip: Ursache-Schlussfolgerung (Ursache für etwas, Ursache für Ursache?)

teleologischer Gottesbeweis:
1. Die Vollkommenheit der Natur lässt auf die Herrlichkeit Gottes schließen (vgl. Psalmen und Paulus/Römerbrief). Die schön geordnete Natur lässt auf eine göttliche Intelligenz schließen.

moralischer Gottesbeweis:
1. Diesen Beweis bekommt man vom Gewissen. Bei den Stoikern ist es der innere Wächter, bei Sokrates das 'daimonion' und in der Bibel wird, z.B. im Römerbrief, gesagt, dass im Gewissen sich die Gedanken verklagen. Der geistige Chrakter des Menschen ist überzeitlich. Dieser Beweis ist kein streng logischer Beweis, sondern ein ethischer Beweis, weil er keine strenge Demonstration aufweist.

Via negationes (Neoplatonismus):
1. Der Weg der Verneinung. Gott wird hier als der Unbegreifliche, der Unnennbare dargestellt. Man hat eine unendliche Ehrfurcht vor Gott. An Gott kann niemand rankommen, so wie es im Alten Testament von Mose vor dem brennenden Dornbusch geschrieben wird. Augustinus ist dadurch beeindruckt, dass Gott so majestätisch und großartig ist, dass wir ihn nicht ergreifen und begreifen können. Gott ist auch der Unnennbare, wie es in einem Lied von Tersteegen heißt 'alles in uns schweige und in Ehrfurcht vor ihm neige'. Platon spricht von der Transzendenz Gottes. Nur wenn Gott ein Funke in unsere Seele überspringen lässt, dann können wir Gott erkennen. Dann bekommen wir eine plötzliche Einsicht, die uns erkennen lässt (Erleuchtung). Dies ist die sog. Illuminationslehre, die es auch bei den Augustinermönchen im 12.Jahrhundert gab. Jedes Mal, wenn man das Wort Gottes las, musste man illuminiert werden für das Verständnis. Paulus schrieb: Ihr betet einen unbekannten Gott an, er ist nicht der 'Deus absconditus' (=verborgene Gott), sondern er ist der 'Deus revelatus' (=offenbarte Gott; der sich in Christus offenbart hat) geworden. Gutheit und Güte Gottes werden durch den Lichtcharakter ausgedrückt ('in Gott ist nichts Dunkles'). Wenn der Mensch Gott näher kommt, wird er von dem überhellen Licht Gottes geblendet (Lichtmetaphorik), vgl. Paulus geblendet vor Damaskus.

Via eminentiae (=Weg der Vervollkommnung)
1. Im Neoplatonismus tritt dieser Beweis auf. Gott ist in allem, was positiv ist. Er ist das in der Welt auffindbare nur eben unendlich größer. Der weiseste Mensch unendlich Mal größer ist Weisheit Gottes. Die Vervollkommnung weltlicher positiver Weisen ist ein Abbild Gottes (Steigerung ins Unendliche: Güte, Weisheit, Gerechtigkeit etc.) Dies ist eine Haltung des Staunens und des Fragens.

Mit freundlichen Grüßen,

Willi Bergen -<><-

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